Die Finanzkrise hat sich zur handfesten Weltwirtschaftskrise entwickelt. In den USA sind die größten Autobauer Fiat und Chrysler nur kurz der Insolvenz entgangen und in Deutschland aber auch anderswo in Europa wird die Arbeitslosigkeit in den kommenden 12 dramatisch steigen. Weihnachtsgeld und Weihnachtsfeiern werden aus Kostengründen gestrichen. Alle Konsumten halten am ersparten fest und viele Kleinanlager haben Tausende an den Aktienmärkten verloren. In Indien gab es die schlimmsten Terroranschläge seit vielen Jahre und in Thailand gab es politische Proteste die über eine Woche den Flughafen in Bangkok lahmgelegt hatten.
Überall scheint es nur Probleme zu geben und der Strudel reisst weitere Nationen in die Rezession. Japan erwartet kein schrumpfen der Wirtschaft aber ein Wirtschaftswachstum von 0% und kann sich somit noch gerade über dem Wasser halten. Grund genug für INTERCULTI genau hinzusehen, welche Länder jetzt noch Möglichkeiten und Geschäftserfolg bieten.
Die BRIC Staaten - Brasilien, Indien, Russland und China - allesamt die Renner der letzten Jahre stecken nun auch in erheblichen Problemen.
In Russland hat die Bankenkrise dem Staat schweren Schaden zugefügt. Politische Reiberein mit Nachbarstaaten machen die Investitionen nicht leichter und der derzeit niedrigste Ölpreis seit Jahren beschwert Russland schwere Verluste im Energiesektor. Zeit für den russischen Bären eine Auszeit zu nehmen. Russland wird keine Rezession erleben aber auch keinen wesentlichen Aufschwung.
In Europa haben die grossen Volkswirtschaften - also Frankreich, Italien , Deutschland und Spanien aber auch England bereits die Rezession verkündet. Die OECD geht von fast -1% abfallender Wirtschaftskraft aus. Weihnachten verspricht keine wesentlichen Impulse und die EU hat gerade ein 200Mrd schweres Konjunkturprogramm aufgelegt. Alles Gründe um erst einmal abzuwarten.
In der USA werden die Arbeitslosen immer mehr und der Konsum sinkt von Monat zu Monat. Riese Firmen stehen vor dem Aus. Aus der Immobilienkrise wurde die Finanzkrise und aus der Finanzkrise die Wirtschaftskrise für die USA. Nur der neugewählte Präsident kann ab 2010 vielleicht das Ruder langsam herumreissen. Es ist zugleich die Chance für die USA aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und den Finanz- und Immobilienmarkt zu konsolidieren.
Mittel- und Südamerika hängen am Tropf von den USA. Brasilien ist einer der weltgrößten Rohstoffexporteure. Ohne Produktion keine Exporte. In Brasilien ist die Krise ebenfalls hart eingeschlagen und die Arbeitslosigkeit steigt. Handelsabkommen mit China könnten beiden Ländern helfen über dem Wasser zu bleiben.
In Indien herrscht nach den Terroranschlägen derzeit politische Instabilität und Sorge um die Sicherheit des Landes. Das Land welches die meisten Investitionen FDI in den vergangen Jahren angezogen hat, steht vor grossen Problemen. Viele Firmen warten nun mit weiteren Investitionen. Das Diwalifest war bereits das schlechteste seit Jahren mit niedrigen Konsum. Die Leute warten ab und sparen - alles auf Kosten des indischen Wirtschaftswachstums. Dieses wird sich dieses Jahr wesentlich schneller verringern als vorher angenommen. Im Moment sollte man daher auch den indischen Markt erst einmal beobachten und die Investitionen zurückhalten.
Japan und Australien - beide Länder werden bei ein 0 Wirtschaftswachstum haben. Inflation und Export halten sich einigermaßen stabil aber mit Verlusten. Der Inlandskonsum ist intakt - nur die Wechselkurse spielen Achterbahn. Beide Länder sind trotz der Abhängigkeit vom Weltwirtschaftsmarkt weniger betroffen und könnten die Rezession vermeiden.
Südostasien - Singapur, Malaysia, Indonesien und Thailand - oft politische Instabilität in Thailand gab es die größten Proteste seit Jahren. Wie es politisch weitergeht ist ungewiss. Verluste im Tourismusbereich machen allen Ländern zu schaffen. Singapur und Hong Kong haben bereits die Rezession verkündet. Auch von diesen Ländern sollten Investoren die Finger weglassen.
UAE - Auch in Dubai gibt es kein Goldstaub mehr auf den Strassen. Die Immobilienkrise und der niedrige Ölpreis sind Probleme fast aller Golfstaaten. Viele Prestigeprojekte sind erst einmal gestoppt worden und werden langsamer gebaut. Das Wirtschaftswachstum ist rasant gefallen und wir wohl nur zwischen 1-3% ausfallen. Hier sollte man die Lage am Immobilienmarkt erst einmal abwarten.
Was bleibt übrig? INTERCULTI rät Ihnen:
Vietnam - politisch stabil. Hauptsächlich exportorientierte Wirtschaft aber mit rezessionsresistenten Gütern wie Art-Deco, Kaffee, Meeresfrüchte usw. ist das Land weniger betroffen. Große Infrastrukturmaßnahmen helfen der Wirtschaft schon seit Jahren und Vietnam ist politisch stabil. Das Wirtschaftswachstum wird weiterhin bei ca. 8% bleiben. Ein gutes Land für Investitionen.
Philippinen - politisch zwar instabiler, dafür aber wirtschaftlich im Kommen mit Gütern im Lebensmittelbereich. Die Philippinen sind zum Billiglohnland gewordnen. Möbelhersteller freuen sich über hohe Qualität. INTERCULTI meint ein Versuch wert. Das Wirtschaftswachstum ist auf jeden Fall positiv und für 2009 gesichert.
China - politisch und wirtschaftlich stabil. Das Wirtschaftswachstum hat sich auf 8% abgekühlt aber die Regierung unternimmt derzeit alles, das Wachstum nicht unter 8% fallen zu lassen. Mit Erfolg - der Konsum ist stabil und chinesisch Neujahr verspricht Gewinne. Einige kleine Fabriken in Kanton mussten zwar schliessen, dass waren aber eher strukturelle Probleme. China profitiert von günstigen Rohstoffpreise und kann wieder günstiger produzieren. Ein Land auf das wieder mehr geachtet werden sollte und in dem man sein Verkaufsnetzwerke aufbauen sollte.