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RTL zeigt Luxuscoaching für China Auswanderer

INTERCULTI hat heute auf RTL eine Sendung über das Luxuschoaching für Familie Koetzle, die für 3 Jahre nach China auswandern wird, verfolgt. Das Chinaseminar wurde von der Asienexpertin Frau Sylvia Knoss geleitet. Die Reportage über das Luxuscoaching hat gut veranschaulicht, wie praktische Vorbereitungsseminare zu bestimmten Ländern ablaufen.

Frau Knoss hat in Ihrem 12-stündigen Chinaseminar verschiedene Elemente wie das Training mit Stäbchen zu essen, Kniggeregeln beim Essen, Essgewohnheiten, Trinksitten (Gam Bei), das Zeigen verschiedener Verhandlungsstrategien, Allgemeinwissen aber auch kulturelle Besonderheiten zu China durch die Sensibilisierung mittels von Rollenspielen vermittelt, damit Familie Koetzle optimal auf Ihre neue Aufgabe in China gewappnet ist. Damit war dieses Seminar sehr ausgewogen und qualitativ gut für solche Personen, die noch nie in China waren. Für Fortgeschrittene wäre dieses Training aber ungeeignet gewesen.

Im Verlauf der Sendung kam dann noch eine Relocation-Managerin hinzu, welche die Familie in Schanghai bei der Ankunft für Wohnungssuche, beim Essen und Einkaufen betreut hat. INTERCULTI meint - es geht auch ohne! Wenn Ihre Firma keine Relocation Managerin bezahlt, dann können Sie sich diese Ausgabe sparen. Versuchen Sie es mit Ihren neuen chinesischen Kollegen.

INTERCULTI hat schon öfters über die Qualität von interkulturellen Seminaren berichtet und über häufige Fehler die Auswanderer machen. Leider sind uns bei dieser Reportage wieder einige Fehler auf Seiten der Auswandererfamilie und Unstimmigkeiten auf Seiten der Trainerin aufgefallen:

1. Familie Koetzle scheint noch nie oder nur einmal in Schanghai gewesen zu sein und haben dennoch die Entscheidung zum Auswandern getroffen. Natürlich ist die Verwunderung um so größer, wenn man dann tatsächlich in Schanghai eintrifft. Ein Seminar kann lediglich an der Oberfläche kratzen und das ABC im Alltag vermitteln. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. INTERCULTI rät nochmals allen Auswanderern oder Entsannten, das Ziel vorher zu ausgiebig z.Bsp. durch einen 3 wöchigen Urlaub zu bereisen, bevor man eine Entscheidung trifft, die man dann vielleicht 3 Jahre bereut. Der Frischemarkt den man Familie Koetzle gezeigt hat ist meistens nur für lokale Chinesen. Viele Bürger gehen in die hochmodernen Einkaufszentren und Supermärkte, in denen die hygienischen Verhältnisse weitaus besser sind als auf Frischemärkten. Leider wurde das im RTL Beitrag vergessen. Das deutscher Rasen in Shanghai nicht wächst dürfte dann auch jedem klar sein, der sich schon einmal mit dem Klima Shanghais befasst hat. Die Vegetation ist völlig anders und deutscher Rasen für das Spielen der Kinder ist wirklich kleinbürgerlich. Oft werden die Kinder gar nicht an der frischen Luft spielen können, weil es entweder zu stark regnet, es Sturm gibt oder im Sommer 40 Grad herrschen.

2. Auf Seite des Trainings sind uns einige Schwächen aufgefallen. Wir meinen es gehört nicht in ein Seminar mit Stäbchen essen zu lernen - das Wichtigste ist Learning by Doing! Man hätte dies locker am Tisch machen und erklären können ohne wichtige Zeit zu verlieren. Das es in China belastete Lebensmittel gibt ist nicht neu - die gibt es aber auch in Deutschland überall. Man sollte keine Panik vor solchen Dingen machen - in China ist vieles frischer als in Deutschland und daher weniger belastet. Bei konservierten Ware ist das natürlich anders. INTERCULTI empfiehlt nicht zu pauschalisieren. Ähnliches gilt für die Gesundheitsvorsorge - als "Entsannter" oder auch "Expat" verfügt man über eine ordentliche private Kranken-versicherung in China und sollte keine Angst vor fehlenden oder schlechten Krankenwagen machen. Das Privatkrankenhaus hat mit Sicherheit einen sehr guten Notfalltransport. Ähnliches gilt für die Aussage von Frau Koetzle über die Wasserqualität. Natürlich kann man das Wasser nicht trinken - zum Kochen benötigt man allerdings kein Flaschenwasser. Das Leitungswasser in China kann ohne Probleme zum Kochen benutzt werden - schliesslich wird daraus auch der Tee zubereitet, den man täglich zu sich nimmt. Das Verhandlungstraining war gut gelungen aber leider etwas übertrieben. Wir haben auch jahrelange Erfahrung mit Verhandlungen mit Chinesen und es hat noch niemand schlafend auf dem Tisch gelegen.

Das Fazit der Relocation Managerin, dass sich die Familie Koetzle schnell einleben wird und sich schnell zurecht finden wird können wir nicht nachvollziehen. Familie Koetzle hat noch einen langen schweren Weg mit vielen Erfahrungen vor sich und hätte sich besser auf die Ausreise vorbereiten können. INTERCULTI wünscht dennoch auf diesem Familie Koetzle alles Gute!


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